Fast zweieinhalb Jahre ist die Playstation 4 jetzt schon auf dem europäischen Markt verfügbar. Wer damals direkt zugeschlagen hat, mag inzwischen an die Grenzen der eingebauten 500GB Festplatte stoßen. Gerade, wer viele Downloadtitel im Playstation-Store kauft oder die PS4 auch als Medienzentrale nutzt, dürfte mittlerweile mit dem Speicherplatz Probleme kriegen. Zum Glück ist es relativ einfach, die eingebaute 500GB HDD auszutauschen. Auch um die Performance der Playstation zu erhöhen, kann ein Wechsel sinnvoll sein. Da die in der Playstation verbaute Platte mit einer Lesegeschwindigkeit von etwa 116 MB pro Sekunde verhältnismäßig langsam ist, kann man mit modernen HDDs Ladezeiten für Level, Texturen und andere Daten merklich verkürzen. Noch schneller geht es mit Solid State Disks (SSD), die statt auf klassischen Magnetspeicher zu schreiben, den schnelleren auf Halbleitern basierenden Flashspeicher nutzen. Leider sind SSDs nach wie vor deutlich teurer als klassische Festplatten. Das mag beim Einsatz in mobilen Geräten, wie Laptops, wo weniger Speicher gebraucht und der geringere Stromverbrauch der SSDs eine Rolle spielt noch angehen. Doch gerade, wenn der Speicher auf der Playstation knapp wird und es darum geht, diesen zu erweitern, sind SSDs keine bezahlbare Alternative zur normalen Festplatte.

SSHD als der perfekte Kompromiss?

Doch es gibt eine Kompromisslösung, die gleichzeitig hohes Speichervolumen und niedrige Zugriffszeiten verspricht. Hybridlaufwerke, sogenannte SSHDs, kombinieren nämlich die beiden Festplattentypen. Dabei wird der Großteil des Speichers über eine klassische HDD zur Verfügung gestellt, daran gekoppelt liegt ein kleinerer Anteil an Flashspeicher vor. Die Festplatte lagert auf diesen ausschließlich oft genutzte Dateien aus, sodass diese besonders schnell geladen werden können. Auf der Playstation kann das zum Beispiel so aussehen, dass Texturdaten eines aktuell gespielten Levels, die immer wieder geladen werden müssen, in diesen schnelleren Teil der Platte geschrieben werden. Sobald der Level oder gar das ganze Spiel abgeschlossen ist und die Dateien erst einmal nicht mehr verwendet werden, wandern sie zurück in den langsameren Langzeitspeicher und machen damit Platz für aktuell genutzte Daten.

Erhebliche Perfomance-Gewinne

Ein jüngst bei eurogamer erschienener Artikel belegt die deutlichen Performance-Zuwächse noch einmal. Die Menge der sichtbaren, sehr niedrig aufgelösten Texturen und Objekte während des Levelaufbaus, heißt es dort, falle bei der Verwendung einer SSHD deutlich geringer aus, als bei Nutzung des Stock-Laufwerks. Noch stärker fällt dieser Effekt natürlich bei Nutzung einer reinen SSD ins Gewicht. Doch da diese etwa vier bis acht mal so viel kosten, wie SSHDs ist es aus Perspektive der Preisleistung mehr als fraglich, ob diese Investition sich lohnt.

Das Test-Team bei Eurogamer hat dabei eine 1TB SSHD von Seagate gegen die Standardplatte der PS4 antreten lassen und die Performance anhand mehrerer aktueller Titel verglichen. In nahezu allen Fällen war das Hybridlaufwerk schneller als das 500GB-Standarddrive. In manchen Fällen fiel der Geschwindigkeitszugewinn drastisch aus, etwa beim Laden des ersten Levels von „Thief“, das mehr als ein drittel schneller von statten ging, als mit der Basiskonfiguration der Playstation 4. In anderen Fällen, etwa beim Start von Metal Gear Solid 5, fiel der Geschwindigkeitsgewinn deutlich ernüchternder aus und betrug nur noch Sekundenbruchteile. Eine kuriose Ausnahme bildete der Titel „Need for Speed: Rivals“, bei dem der Spielstart sogar ein paar Zehntelsekunden länger dauerte, als mit der Stock-Hardware. Doch wie so oft gilt hier wohl, dass die Ausnahme die Regel bestätigt und der Test insgesamt zeigt, dass SSHDs auch beim Einsatz in der Playstation 4 eine günstige Alternative zu vollwertigen SSDs darstellen können. Zumindest bis die Preise dafür weiter sinken.

Ein aktueller, von Digital Foundry, durchgeführter Vergleich siedelte die Performance der SSHD klar im Mittelfeld zwischen HDD und SSD an. Ein Fazit findet ihr im Artikel PS4 Festplatten Vergleich.

Kauf und Alternativen

Ein Terabyte große SSHDs in der für die PS4 benötigten 2,5 Zoll Bauform kosten momentan ab etwa 75 Euro. Für ein paar Euro mehr, erhält man erheblich größere HDDs mit der alten, ausschließlich auf Magnetspeicher basierenden Technik. Ein Abwägen des größeren Speichers gegen die höhere Geschwindigkeit kann hier also durchaus noch sinnvoll sein, denn auch mit einer schnelleren HDD kann man bereits kleinere Performance-Gewinne erzielen. Den besten Kompromiss scheint aber im Moment tatsächlich die Hybridtechnik zu bieten.

SSHD für PS4
  • Geschwindigkeit
  • Preis

Übersicht: Preis / Leistung

Unsere absolute Empfehlung für preisbewusste Käufer, die keine 2 Terabyte-Festplatte benötigen, ist eindeutig der Kauf einer SSHD.

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